Geformter Beton für Boston University

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Durch schlanke formparts mit einem integrierten Befestigungssystem ermöglicht Rieder erstmals die Verwendung von Beton für Element-Fassaden – realisiert am neuen „Center for Integrated Life Sciences and Engineering“ der Universität Boston. Je nach Betrachtungswinkel wirkt die Fassade durch die herauskragenden Betonlamellen transparent und opak zugleich.

Der Standort des neuen Center for Integrated Life Sciences and Engineering (CILSE) hat Symbolwirkung. Direkt an der Commonwealth Avenue dient das Gebäude als neues Aushängeschild in Sachen interdisziplinäre Forschung für den gesamten Charles River Campus der Universität von Boston. Die einzigartige Lage und die raffinierte Architektur des Gebäudes sollen den hohen Stellenwert der neurowissenschaftlichen Forschung und der interdisziplinären Zusammenarbeit widerspiegeln.

formparts Fassade als wissenschaftliches Aushängeschild

Das CILSE (Center for Integrated Life Sciences and Engineering / Zentrum für integrierte Bio- und Ingenieurwissenschaften) wurde entworfen, um einer breiten Palette an Forschungsmodalitäten Platz zu bieten. Das Gebäude ist das erste Forschungsgebäude der Boston University, dessen Fassade direkt in die Commonwealth Avenue zeigt und so eine neue “Eingangstür” für die Wissenschaft entlang dieser Hauptverkehrsader schafft. Die bedeutenden Forschungseinrichtungen der Cummington Mall werden so in den Vordergrund am Campus gerückt. Mit den sandsteinfarbenen Betonelementen von Rieder greift die Gebäudehülle auf das Material der ursprünglichen Campus-Architektur zurück. Gleichzeitig geben die geometrischen Formen und der Einsatz von großen Glasflächen dem Gebäude die Möglichkeit, für sich selbst zu stehen und einen Zugang zum Zentrum des Campus zu bilden.

Angetrieben von der Notwendigkeit, auf kompaktem Raum ein Gebäude zu schaffen, das großzügig und flexibel in seiner Nutzung ist, ergab sich eine auf den ersten Blick sehr geradlinige Architektur. Dennoch ist die Kubatur des neuen Gebäudes eine sympathische Anspielung an die Architektur der breitschultrigen Art Deko-Gothik-Gebäude am Campus.

Auf raffinierte Art und Weise interpretieren Payette Architekten den historischen Baustil neu und übersetzten ihn in die Architektur der Gegenwart. Die sandsteinfarbenen Betonelemente an der Glasfassade fungieren als Sonnenschutz und heben gleichzeitig die Vorzüge der transparenten Glasfassade hervor.

 

Tradition neu gedacht

Eine reine Glasfassade erschien dem Design-Team von Payette als zu kommerziell für den urbanen Campus, insbesondere angesichts anderer kommerzieller Entwicklungen im nahen Umfeld. Das CILSE stellte eine Gelegenheit dar, den Campus mit seiner individuellen und kohärenten architektonischen Identität zu unterstützen.  Der bekannte Standort des CILSE am Eingang, gut sichtbar vom Kenmore Square aus, die kupferne Kuppel des Morse Auditoriums überragend, stärkte diese Überzeugung. Während der Großteil der neuen Universitätsgebäude die roten Backsteine der historischen Reihenhäuser entlang der State Road weiterführen, wollten die Architekten stattdessen in einen Dialog mit den Kerngebäuden rund um die Marsh Plaza eintreten, weiter westlich entlang der Commonwealth Avenue.

Die Verwendung von Glasfaserbeton war eine ideale Möglichkeit, beide Ziele zu erreichen. fibreC Glasfaserbeton von Rieder ist nur 13 mm dünn und kann als großformatige concrete skin Paneele eingesetzt werden. Durch ihre Verformbarkeit lassen sich die dünnen Betonplatten als formparts zu imposanten Betonlamellen mit komplexen Geometrien formen. In einer großen Auswahl von Farben und Texturen harmoniert Glasfaserbeton bestens mit Kalkstein. Mit diesen Eigenschaften ließ sich die Herausforderung bewältigen, einen neunstöckigen Block mit zwei gegensätzlichen Fassadentypologien zu realisieren.

 

Integriertes Montagesystem

An den beiden Seiten, wo das CILSE an den öffentlichen Raum angrenzt ziert ein vertikales Muster von 10 cm breiten formparts eine Fläche von hoch reflektierenden Glasflächen. Tatsächlich sind diese Betonlamellen kontinuierlich geformte U-förmige Glasfaserbetonelemente, die von der Vorhangwand über ein ausgeklügeltes System von vormontierten mechanischen Verankerungen gestützt werden.

Mit der Entwicklung eines eigenen Befestigungssystems machte Rieder die rasche Montage der 1.300 U-Formteile aus Glasfaserbeton möglich. Durch die Vormontage der Befestigungsanker wurde eine schnelle und witterungsunabhängige Montage bauseits garantiert. Die Formteile wurden einfach an die Unterkonstruktion eingehängt und feinjustiert. Durch das geringe Gewicht der nur 13 mm dünnen Elemente sowie der hohen Spannweiten bis zu 4,25 m war weniger Material an Unterkonstruktion erforderlich. Daher bieten formparts eine wirtschaftliche Lösung für die gesamte Gebäudehülle. Mit der Glasfassade und den geformten Glasfaserbeton-Elementen schufen Payette Architekten eine moderne Hülle für ein Hightech-Gebäude, das sich am Campus in die erste Reihe vor vielen bedeutenden Bauwerke setzen darf.

 

Raffinierte Effekte

Knapp aneinander gereiht ändern die Lamellen ihren Rhythmus, sobald sie sich der Gebäudekante annähern und hinter ihr verschwinden. Auf Bodenebene bilden flache Betonlamellen, aufgefüllt mit grauen Glasfaserbeton, einen Kontrapunkt zur vertikalen Maserung der Fassade und produzieren von der Straße aus gesehen einen auffälligen diagonalen Effekt.

Entlang dieser “öffentlichen” Seite, wo das Gebäude in der Schräge gesehen wird, entwickelt sich aus der Kombination zwischen vertikalen Lamellen und reflektierendem Glas ein besonderer dynamischer Effekt. Aus der Ferne ist das Glas zwischen den Lamellen nicht mehr sichtbar, wodurch die Wand geschlossen scheint. Nähert man sich ihr jedoch, werden diese Glasflächen kontinuierlich sichtbar, bis die Lamellen komplett verschwinden. Die Gebäudehülle wirkt nahezu vollständig reflektierend, bevor das gegenteilige Phänomen auftritt und sich die erdige Materialität des Gebäudes wieder durchsetzt. Der daraus resultierende Effekt ist ungewöhnlich. Ein und dasselbe Gebäude wirkt gleichzeitig gläsern und opak.

Die übrigen zwei Fassadenseiten des CILSE sind nach innen ausgerichtet, Labore und andere Service-Bereiche sind hier angesiedelt. Trotz geänderter Anforderungen macht es die Einfachheit der Gebäudestruktur erforderlich, innerhalb der Materialpalette Glas und Beton zu bleiben. Daher trennen in einem kompositorischen Ansatz je zwei breite Bahnen in sandsteinfärbigem Beton die Fensterflächen. Auch hier kam Glasfaserbeton von Rieder in U-Form zum Einsatz – jedoch mit einem breiteren Rücken. Die Breite der formparts ist wiederum ident mit den Glasflächen an der öffentlichen Gebäudeseite. Besonderes Augenmerk gilt den Gebäudeecken, wo der Glasfaserbeton von tiefen Lamellen in flache Formteile übergeht.

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